Warum die Chefs bei Frauenthal jetzt Tschechisch lernen

Der Druckluftbehälter-Hersteller hat in den vergangenen Jahren rund 7 Millionen Euro in den Standort im Erzgebirge investiert. Nur wer auf höchstem Niveau produziert, kann sich am Markt behaupten, so die Devise. Doch wer glaubt, dass durch mehr Technologie weniger Personal gebraucht wird, täuscht sich.

 

Elterlein. Englisch ist Business-Sprache Nummer eins. Das dürfte auch bei Frauenthal Automotive in Elterlein im Geschäftsalltag nicht anders sein. Immerhin liefert das Unternehmen seine Druckluftbehälter nach ganz Europa. Doch seit einiger Zeit wird am Standort neben Englisch und Deutsch noch eine andere Sprache gesprochen - Tschechisch. Das hat einen einfachen Grund: Fachkräftemangel in Deutschland. Den bekamen die Macher von Frauenthal Automotive auch zu spüren. Also suchte das Unternehmen auch im Nachbarland nach neuen Mitarbeitern. Aus anfänglich wenigen sind mittlerweile etwa 50 tschechische Angestellte geworden. Insgesamt sind am Standort laut Michael Langer, Kaufmännischer Leiter, 300 Männer und Frauen beschäftigt.

 

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Michael Langer betont aber, dass die tschechischen Mitarbeiter "das gleiche Geld wie ihre deutschen Kollegen" erhalten. "Wir brauchen Fachkräfte und die sollen auch so bezahlt werden." Schließlich gelte bei Frauenthal Automotive in Elternlein der Grundsatz der "Null-Fehler-Produktion". Auch die Anzahl der Leiharbeiter sei deutlich zurückgegangen. Einige seien nun fest in der Elterleiner Firma angestellt. Überhaupt sei das Arbeitsklima bei Frauenthal gut, sagt Michael Langer. Das müsse auch so sein, um die beste Leistung zu erreichen. Dafür tue die Firma auch einiges: anteilige Bezahlung von Kindergartenplätzen, flexible Arbeitszeiten für Frauen, bezahlter Führerschein für Lehrlinge.

 

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Das Unternehmen setzt den Fokus aber nicht nur auf Mitarbeiter. Millionenschwere Investitionen der vergangenen Jahre - laut Langer flossen etwa 7 Millionen Euro in den Standort - kommen nicht von ungefähr. Für das Geld wurden die Produktionsfläche vergrößert, das Transportsystem automatisiert, zusätzliche Schweißlinien aufgebaut und vieles mehr. Ziel: Produktivitätssteigerung.

 

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Quelle: Freie Presse vom 13.10.2017, Denise Märkisch