Teile für den Elektro-Porsche kommen aus dem Erzgebirge

Die Vollmann-Gruppe hat sich neu ausgerichtet. Statt Lampenfassungen werden heute viele Fahrzeugteile produziert. Sie kommen auch aus Zwönitz - und stecken in Premiumautos.

 

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Um Teile des geplanten Elektrosportwagens von Porsche herstellen zu können, richtet der Betrieb in Zwönitz gerade die Maschinen ein. "Wir beginnen 2019 mit der Serienproduktion. Noch im selben Jahr soll der Wagen an die Kunden ausgeliefert werden", so Thomas Erdelt, einer der drei Geschäftsführer.

 

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Welche Teile für den Porsche die Hallen in Zwönitz verlassen werden, verrät Geschäftsführer Erdelt nicht. In der zunehmenden Umstellung auf Elektromobilität sieht er kein Problem, da sich sein Unternehmen auf Blechumformungen spezialisiert hat: "Karosserieteile, Türschlösser, Airbags und Sitzstrukturen wird es in Elektroautos auch weiterhin geben."

 

Zu den Kunden der Vollmann-Gruppe gehören Daimler sowie sämtliche Marken des Volkswagenkonzerns. Doch auch bis nach Mexiko, für den dort hergestellten Audi Q5, werden Teile geliefert. Darüber hinaus produziert das Unternehmen bereits erste Komponenten für den neuen Audi A6 Kombi sowie das künftige SUV Audi Q8.

 

Über die Standorte im Erzgebirge sagt Erdelt: "Wir wollten den Osten damit ein Stück weit aufbauen. Außerdem waren uns die handwerklichen Fähigkeiten der Erzgebirger bekannt." In Scheibenberg habe man mit 50 Mitarbeitern angefangen. Heute sind es an beiden Standorten über 400, davon 150 in Zwönitz. Das Unternehmen hat noch fünf weitere Standorte mit insgesamt 850 Mitarbeitern. Gesamtjahresumsatz: rund 140 Millionen Euro.

 

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Heute ist der Standort in Zwönitz unverzichtbar. Er ist auf Karosserie- und Getriebeteile spezialisiert, hier sitzt eine von zwei Entwicklungsabteilungen des Unternehmens. "Wir planen zudem bis 2020 für Zwönitz die Anschaffung einer neuen Großpresse, mit der wir unsere Produktpalette erweitern können", so Werkleiter Falko Weiß. Auch Fläche für eine spätere Erweiterung ist vorhanden. Eine echte Herausforderung für die Zukunft sei aber die Mitarbeitergewinnung.

 

 

 

Quelle: Freie Presse vom 05.01.2018, Georg Dostmann und Thomas Liersch