Stollberger entwickeln die klügste Geld-Prüfmaschine

Die Mühlbauer AG in Stollberg
Die Mühlbauer AG in Stollberg

Ein einzigartiges Produkt, das reißenden Absatz findet: So umschreiben die Mühlbauer-Macher ihre neue Innovation. Sie soll auch Falschgeld besser erkennen können. Nur die Käufer selbst, die müssen geheim bleiben.

 

Stollberg. Geldbörsen, Automaten, Kassen, Banken: Fast 124 Milliarden Euro-Münzen sind derzeit im europäischen Währungsraum im Umlauf. So viele waren es noch nie.

 

Das ist schon eine satte Ansage. Vor allem dann, wenn Maschinen gebraucht werden, die alle diese Münzen nach und nach prüfen, davon alte oder verschlissene aussortieren sollen oder neue vor und nach ihrer Pressung ohne Wenn und Aber kompromisslos auf Qualität testen.

 

Von dort ist es nur noch ein kleiner Schritt bis zur Coin Inspect, einer ganz neuen und laut Firmenaussage innovativen Münzinspektionsmaschine vom Stollberger Standort des Mühlbauer-Konzerns mit Hauptsitz im bayerischen Roding. "Es ist eine Entwicklung von uns und sie wird auch bei uns gefertigt", sagt Projektmanager Jonas Auerswald. "So etwas gibt es auf dem Markt sonst noch nicht." Das Unternehmen spricht offiziell von einer modularen, frei konfigurierbaren Maschine, die mit wenig Aufwand an spezifische Anforderungen der Münzinspektion angepasst werden kann.

 

Doch was kann die Maschine? Bisher war es so, wenn ein Staat Münzen herstellen wollte: Entweder, eine Maschine prüfte die Rohlinge der späteren Münzen - so genannte Blanks - von der Oberflächenbeschaffenheit bis zur korrekten Farbe nach dem Galvanisierungsprozess. Oder eine andere Maschine prüfte die Münzen nach ihrer Pressung auf die richtige Prägung der jeweiligen Währung, etwa ob dort Kratzer sind oder etwaige Details fehlen. Oder aber eine dritte Maschine kontrollierte bereits im Umlauf befindliche Münzen - auch hinsichtlich etwaiger Fälschungen.

 

 

 

Quelle: Freie Presse vom 19.08.2017, Jan Oechsner