Stadt am Fichtelberg investiert in Gewerbestandort an der B 95

Sie gehört zu den großen Vorhaben im nächsten Jahr in Oberwiesenthal: eine neue Anbindung für das neu entstehende Bergwerk. Ein Projekt, mit dem mehrere Probleme gelöst werden könnten.

VON ANTJE FLATH

OBERWIESENTHAL - Einen sechsstelligen Betrag will die Stadt Oberwiesenthal 2012 in die Anbindung des Gewerbestandortes bei Niederschlag an die B 95 investieren - 504.000 Euro. Dabei geht es konkret um den Neubau einer kommunalen Straße, über die das Areal des neuen Bergwerkes der Erzgebirgischen Fluss- und Schwerspatwerke GmbH (EFS) sowie die Firma Kunststoffverarbeitung Grund komfortabler an die vorbeiführende Bundesstraße angebunden werden können. Die Ausfahrt ist dabei direkt gegenüber der Bushaltestelle Niederschlag/Papierfabrik vorgesehen.

Bisher schwieriger Abtransport

"Bisher ist der Abtransport des Haldenmaterials nur eingeschränkt möglich", sagt Bürgermeister Mirko Ernst (FDP) mit Blick auf die derzeitigen Schotterpisten. Mit Unterstützung des Landratsamtes soll Abhilfe geschaffen werden. Allerdings steht auf dem Grundstück, über das die neue Straße verlaufen soll, noch eine ehemalige Galvanik. Um es als Kommune vom jetzigen Eigentümer - dem Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement - übernehmen zu können, mussten bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, erläutert der Bürgermeister.

So wurde nach Aussage von Christoph Stahl, dem zuständigen Referatsleiter für Kreisplanung und Wirtschaftsförderung im Landratsamt, zunächst eine Entsorgungskonzeption sowohl für die vorhandenen Reststoffe und Abfälle als auch für den Gebäudeabbruch erstellt und das gesamte Areal "eingehend beprobt". Damit seien die Grundlagen für eine ordnungsgemäße Entsorgung gegeben. Nächster Schritt sei nun die Beseitigung und Verwertung sämtlicher Materialien. Dies müsse lückenlos nachgewiesen werden, erläutert Stahl und schickt hinterher: "Das Vorhaben wird durch die zuständigen Fachbehörden des Landratsamtes begleitend betreut."

Um das gesamte Vorhaben besser koordinieren zu können, wurde eine Arbeitsgruppe gebildet. Zu der gehören neben Mitarbeitern der EFS, der Stadtverwaltung Oberwiesenthal sowie des zuständigen Referates im Landratsamt auch Vertreter der Firma Grund GmbH. Das kunststoffverarbeitende Unternehmen befindet sich unmittelbar neben der ehemaligen Galvanik und würde nicht nur von der neuen Anbindung profitieren, weiß Mirko Ernst. Denn mit dem Abriss der Industriebrache würde zugleich Platz geschaffen für eine dringend notwendige Erweiterung. Konkret gehe es um die Schaffung von Lagermöglichkeiten. Um die neue Anbindung realisieren zu können, will Oberwiesenthal Fördermittel in Anspruch nehmen. Ein entsprechender Antrag sei in Arbeit.

Andere Erkundungen im Gang

Während in Niederschlag bereits klar ist, dass dort wieder Rohstoffe abgebaut werden, sind in anderen Orten der Region derzeit Erkundungsbohrungen im Auftrag der Deutschen Rohstoff AG inklusive Tochterunternehmen im Gang. Diese wurden vom Sächsischen Oberbergamt genehmigt, bestätigte Oberberghauptmann Reinhard Schmidt. Es handelt sich um fünf Bohrungen auf Tannenberger und Hermannsdorfer Flur mit Tiefen zwischen 190 und 380 Metern. Dabei geht es vor allem um die Analyse von Zinnerzvorkommen. (mit aho/ tw)

 

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Annaberger Zeitung, 01.12.2011