SERIE: INNOVATIONEN IM ERZGEBIRGE - Besonderes Schwarz überzeugt Kunden

Von den 73 Firmen, die sich um den 16. Sächsischen Innovationspreis bewerben, kommen neun aus dem Erzgebirge. "Freie Presse" stellt die Kandidaten vor. Heute: Galvanik Zimmermann GmbH Grünhain und ihr Veredlungsprozess Gazima-Black

VON FRANK NESTLER

GRÜNHAIN - Wenn eine Firma, die sich auf galvanische Oberflächenbeschichtungen spezialisiert hat, den Umweltpreis der Handwerkskammer Chemnitz erhält, ist das an sich schon sehr bemerkenswert. Als die Galvanik Zimmermann (Gazima) GmbH in Grünhain 2010 jenen Preis bekam, gab's quasi als Zugabe einen Tipp: Bewerbt euch doch mit eurem neuen Verfahren Gazima-Black für den sächsischen Innovationspreis.

"Dazu ist es dann in Abstimmung mit der Handwerkskammer gekommen", sagt Jörg Zimmermann, der mit seinem Bruder Hans das Unternehmen im Gewerbegebiet Grünhain leitet. Gazima-Black ist die für Kunden griffige und messetaugliche Bezeichnung für einen in Grünhain entwickelten Veredlungsprozess, der wohl in Sachsen seinesgleichen sucht. Auf neue Weise und ohne das aus Umweltgründen nicht mehr zulässige sechswertige Chrom werden tiefschwarze Zinkschichten erzeugt, die besten Zink- und Grundmetallkorrosionsschutz bieten. Auftraggeber aus der Auto-Zulieferindustrie, aus dem Maschinenbau, der Elektrotechnik- und der Haushaltwarenbranche wissen das zu schätzen.

"Wir haben lange daran gearbeitet, das Verfahren serienreif zu machen", sagt Jörg Zimmermann. Denn was im Labor gelingt, das setzt sich nicht automatisch bei großen Stückzahlen fort. "Geometrie und Bewegung der zu bearbeitenden Teile waren die Knackpunkte", erklärt der Geschäftsführer. "Wir kooperieren mit Chemiepartnern, haben über Jahre hinweg getestet, zum Beispiel ganz spezielle Düsen. Es gab Zwischenstufen und viele, viele Versuche. Und das alles parallel zu unserer laufenden Produktion. Lieferanten stellten Techniker, die gemeinsam mit unseren Leuten das Verfahren, von dem wir längst überzeugt waren, auf Serienreife trimmten."

Das ist gelungen. Viele Auftraggeber lassen ihre Teile inzwischen mit Gazima-Black veredeln. "Darauf sind wir schon stolz", so Jörg Zimmermann. "Wir haben erneut bewiesen, dass wir auch als kleine Firma mit knapp 30 Beschäftigten ein verlässlicher, innovativer Partner der Industrie sind." Kunden gibt es sogar in Tschechien und Polen. Dass der mittelständische, in vierter Generation geführte Familienbetrieb breit aufgestellt ist, nicht nur von ein, zwei sehr großen Auftraggebern abhängt, half ihm beim Meistern der Wirtschaftskrise. "2009 gab es schon einen Rückgang. Aber im Vorjahr lief es wieder besser, unser Umsatz stieg auf 1,8 Millionen Euro."

Auch in wirtschaftlich schwieriger Zeit setzen die Firmeninhaber auf Stammpersonal. "Erfahrung ist in unserer Branche durch nichts zu ersetzen", betont Jörg Zimmermann. "Zeitarbeiter bringen uns nichts." Weitere maßvolle Investitionen dienen vor allem dem

Optimieren aller betrieblichen Abläufe. Der hohe Stammkundenanteil - etwa 95 Prozent - hält Gazima nicht davon ab, neue Aufträge zu akquirieren. "Aber nicht mit aggressiver Werbung. Was wir können, spricht sich rum."

 

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Schwarzenberger Zeitung, 12.05.2011