Qualität der Ausbildung ist keineswegs von Pappe

Immer mehr Firmen setzen darauf, ihren Fachkräftenachwuchs selbst auszubilden. Doch nicht selten fehlt es momentan an geeigneten Bewerbern.

VON BEATE KINDT-MATUSCHEK

SCHWARZENBERG - Für die Schumacher Packaging Unternehmensgruppe, einen mittelständischen Hersteller für Verpackungslösungen aus Well- und Vollpappe, zu der seit 2008 auch das Kartonagewerk Schwarzenberg gehört, hat die Förderung ihres Fachkräftenachwuchses einen hohen Stellenwert. "Wir bilden unsere Fachkräfte am liebsten selbst aus", betont Firmenchef Hendrik Schumacher.

Die IHK Coburg vergab Ende 2011 sogar Bestnoten an die Azubis von Schumacher Packaging und lobte speziell die ausgewogene Verbindung von Theorie und Praxis, von der sowohl die Lehrlinge als auch das Unternehmen profitieren. Die Ausbildung erfolgt an mehreren Werksstandorten des heute weit verzweigten Unternehmens. Zehn sind dies insgesamt in Deutschland und Polen. Im modernen Schulungszentrum in Schwarzenberg wird zudem werksübergreifend ausgebildet. "Hier laufen Weiterbildungen, die jedoch nicht ausschließlich für Lehrlinge gedacht sind, sondern auch für langjährige Mitarbeiter. Uns ist wichtig, dass alle Mitarbeiter eine einheitliche Wissensbasis haben", so der Chef. Dafür sind bestimmte Module entwickelt worden. Und so vermittelt Schumacher Packaging neben wichtigen Kernkompetenzen für die Arbeit im Unternehmen natürlich auch wertvolle Zusatzqualifikationen. Momentan lernen 42 Lehrlinge in den sechs deutschen Niederlassungen des Unternehmens. Am Standort Schwarzenberg sind es derzeit zehn Azubis. Ausgebildet wird in den Berufen Bürokaufmann/frau, Industriekaufmann/frau und Packstofftechnologe. Des Weiteren werden auch klassische Produktionsberufe wie Maschinen- und Anlagenführer sowie Schlosser, heute Industriemechaniker, geschult.

Die Ausbildung zum Papiermacher umfasst eine Lehrzeit von drei Jahren, und wer diesen Weg einschlägt durchläuft alle Bereiche der Fertigung. "Natürlich bilden wir vorrangig mit dem Ziel aus, die jungen Mitarbeiter danach auch in unser Team zu übernehmen", sagt Schumacher auf die Frage der Chancen auf einen festen Arbeitsplatz.

Tina Pfeffer hat einen solchen Vertrag bereits in Händen. Die 21-Jährige stammt aus Thüringen und hat in der Niederlassung in Ebersdorf einen Großteil der Ausbildung zur Bürokauffrau absolviert. Sie gehörte mit zu dem besten ihres Jahrgangs und arbeitet nun in Schwarzenberg. Dafür hat sie ihre Heimat Thüringen verlassen und wohnt heute in Rittersgrün.

Einen Mangel an Bewerbern spüren auch die Pappenwerker. "Speziell für die Produktion gibt es so gut wie keine Bewerber mehr", sagt der junge Chef, der einen freundlichen Ton und offenen Umgang innerhalb des Firmenverbunds pflegt.

Am 1. September startet das neue Ausbildungsjahr. Ab März rechnet Schumacher mit dem Eingang neuer Bewerbungen. Doch auch er bemängelt ein generell gesunkenes Leistungsniveau und fehlende Kernkompetenzen bei einem Gros der Bewerber. Dabei ist die Arbeit im Werk vielseitig, reizvoll und ansprechend. Die Entwicklung der individuellen Verpackungslösungen stellt echte Herausforderungen an die Packstofftechnologen dar. Die neuen Produkte selbst verblüffen. Und so konnte die Schumacher Packaging Gruppe ihren Umsatz im Jahr 2011 um 14,6 Prozent auf 388 Millionen Euro steigern.

 

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Schwarzenberger Zeitung, 17.02.2012