Posa will mit Polstereckbänken auch Küchenstudios erobern

Mit neuen Modellen will der Satzunger Polstermöbelhersteller sein Angebot erweitern. Am Wochenende lädt die Firma zur Hausmesse ein.

VON MARTINA BRANDENBURG

SATZUNG - Die im Vorjahr selbst verordnete Konsolidierung hat bei der Posa Möbelsysteme GmbH & Co. Vertriebs KG im November ein abruptes Ende genommen. "Aufgrund des heftigen Wintereinbruchs lief in den Geschäften fast nichts mehr", bilanziert Geschäftsführer Thomas Mehnert. Doch ein Blick in die von ihm selbst geführte Statistik brachte Mitte Januar die Erkenntnis, dass trotz schwachen Starts ins Jahr 2011 bereits mehr Aufträge zu Buche stehen als im Vorjahr, derzeit sind es sogar zehn Prozent mehr: "Das zeigt den Erfolg unserer Neukundenwerbung sowie der neuen Modelle, Stoffe und Farben." Zudem habe sich das Unternehmen weiter als Objekteinrichter profiliert, beispielsweise für Hotels und Kliniken. "Es gibt halt immer weniger Anbieter für individuelle Maßanfertigungen", begründet der Geschäftsführer.

Mit einem Umsatzrückgang von rund 50.000 auf 2,25 Millionen Euro hat die Posa ihr Jahresziel nur knapp verfehlt, im Vergleich zu anderen Herstellern der Branche sogar besser abgeschnitten. Der Umsatz der deutschen Polstermöbelhersteller war nach Angaben des Statistischen Bundesamtes Wiesbaden bereits im Oktober um rund 16 Prozent gesunken. Im Dezember hatte sich das Geschäftsklima weiter verschlechtert, stellte der Verband der Deutschen Möbelindustrie fest. Dabei musste die Posa sogar noch mit anderen Schwierigkeiten kämpfen: Die Außenstände waren aufgrund der langen Zahlungsziele der Möbelhäuser auf 430.000 Euro angewachsen, zudem mussten nach zwei Unfällen unverhofft zwei Lastkraftwagen im Wert von rund 100.000 Euro angeschafft werden.

Das 40 Mitarbeiter beschäftigende Unternehmen auf dem Erzgebirgskamm will in diesem Jahr umsatzmäßig wieder zulegen. 2,5 Millionen Euro sollen zum Jahresende zu Buche stehen. Mit derzeit gefragten Polstereckbänken sollen in diesem Jahr zu den bereits rund 500 bundesweiten Möbelhäusern auch Küchenstudios erobert werden. "Wir streben damit einen gleichmäßigen Auftragseingang an", legt Thomas Mehnert dar. Neue, vor allem ältere Kunden möchte die Firma zudem mit einer Polsterliege in Komforthöhe ansprechen. "Hier haben wir die ersten 40 Stück schon mit gutem Abkauf in Möbelhäusern platziert", zeigt sich der Geschäftsführer optimistisch. Obwohl sich der Trend fortsetze, das Geld zunehmend für hochwertige Möbel auszugeben, sei das Kaufverhalten regional nach wie vor unterschiedlich. "Während in Ostdeutschland vorwiegend ein konservativer Geschmack vorherrscht, sind auch die älteren Kunden im Westen eher bereit, Geld für modernes Möbel auszugeben", hat der 43-Jährige festgestellt.

Am Wochenende wird die Posa erneut bei einer zweitägigen Hausmesse ihre Produkte präsentieren. Und nicht nur das. "Wir wollen zeigen, was 1991, im Jahr unserer Gründung, alles passiert ist, wollen sogar einen der letzten Trabis ausstellen", kündigt Thomas Mehnert an. Wenn er an diesen Tagen mit den Besuchern die Filme von der Entwicklung des Unternehmens anschaut, wird sich der gelernte Kfz-Mechanikermeister wohl an manche Entscheidung erinnern, die er heute nicht mehr so treffen würde: "Mit 23 Jahren war viel Enthusiasmus dabei, ein Unternehmen mit 16 Beschäftigten zu gründen. Während ich damals viel aus dem Bauch heraus geregelt habe, würde ich heute vorher intensiver rechnen. Ehrlich gesagt: Ich hatte es mir einfacher vorgestellt."

Hausmesse Die Posa Möbelsysteme GmbH Satzung öffnet am Samstag und Sonntag jeweils von 10 bis 17 Uhr ihre Tore. Als Gast wird am Samstagnachmittag Jens Weißflog erwartet.

 

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Marienberger Zeitung, 17.03.2011