Mittelständler investiert in neue Technik

Rund 250.000 Euro kostet die neue Zuschnitt-Optimierungsanlage, mit der seit gestern in der Globensteiner Holzwerkstätten GmbH produziert wird.

VON FRANK NESTLER

RITTERSGRÜN - Zwei gewichtige Investitionen legen sich die Globensteiner

Holzwerkstätten selbst unter den Gabentisch: Seit gestern ist eine neue, aus Österreich

stammende Produktionsanlage in Betrieb, "und bis zum Weihnachtsfest soll auch unser

Hochregallager am Standort Rittersgrün-Globenstein komplett fertig sein", kündigte

Betriebsleiter Frank Flemming gestern an.

 

Die Entwicklung des jungen und doch so traditionsreichen Unternehmens kann sich sehen lassen. Mitte Juni 2006 hatte die Vorgängerfirma, die Flemming & Co. GmbH, Insolvenz anmelden müssen. Hoffnungsvoll nach der Reprivatisierung 1990 gestartet und danach stabil auf dem Markt, verursachte das Jahrhundert-Hochwasser 2002 an den Betriebsstandorten Rittersgrün und Oelsa bei Dresden enorme Schäden. Schon zuvor, aber auch danach wirkten verschärfter Preisdruck in der Branche, schlechte Zahlungsmoral einiger Kunden und die teilweise seltsamen Praktiken im Möbelhandel negativ auf den Betrieb ein, der letztlich Forderungsausfälle von gut 250.000 Euro parallel zu den Kreditbelastungen nicht verkraften konnte. Das rund einjährige Insolvenzverfahren - während dieser Zeit lief die Produktion weiter, und alle Kunden wurden qualitäts- und termingerecht beliefert - war verbunden mit einer Sanierung und mündete 2007 in die Gründung der Globensteiner Holzwerkstätten GmbH.

"Wir peilen für 2010 wieder einen Jahresumsatz von mehr als zwei Millionen Euro an", so

Frank Flemming. Die Belegschaftsstärke beträgt derzeit 48 Leute - 31 in Rittersgrün und

17 in der Außenstelle Oelsa. Sie können - nicht zuletzt angesichts der aktuellen, für einen

mittelständischen Betrieb beachtlichen Investitionen - zuversichtlich nach vorn schauen.

Das Unternehmen gehört zu den fünf größten Polstergestell- Lieferanten Deutschlands, hat in der Möbelindustrie einen Namen als zuverlässiger Partner. Mit spezieller Zuschnitt-, Hobel-, Bohr- und Dübeltechnik verarbeiten die Mitarbeiter technisch getrocknete Buche zu Leisten und Formteilen. Plattenware aus Sperrholz, mitteldichten Faser- und Spanplatten bildet die Basis für Formteile. Das umfangreiche Teilespektrum wird im Hauptwerk, noch mehr aber in Oelsa weiterverarbeitet und teilweise vorgepolstert.

Neben dem behutsamen Wachstum der Firma sollen die Fertigungsabläufe weiter optimiert werden. So zumindest fasst Betriebsleiter Flemming die nächsten Ziele zusammen.

 

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Schwarzenberger Zeitung, 18.12.2010