Metallbranche schafft neue Jobs

Die sächsische Metall- und Elektroindustrie hat sich von der Krise erholt. Viele Firmen besitzen wieder volle Auftragsbücher und stellen Mitarbeiter ein.

VON RAMONA NAGEL

CHEMNITZ - Nach Einschätzung des Arbeitgeberverbandes Sachsenmetall sind mittlerweile knapp 85 Prozent des durch die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise bedingten Einbruchs aufgeholt worden. "Die Zahlen bestätigen unsere Erwartung, dass der Aufholprozess weitergeht", meinte Andreas Huhn, Präsident von Sachsenmetall. "Die Entwicklung soll sich auch in diesem Jahr fortsetzen." Das Vorkrisenniveau sei in greifbare Nähe gerückt.

 

"Die Entwicklung wird sich auch in diesem Jahr fortsetzen."

Andreas Huhn Präsident Sachsenmetall

Die Auftragseingänge haben im Januar um 19 Prozent zugenommen. Vor allem Gießereien und Hersteller von Metallerzeugnissen erfahren laut Sachsenmetall eine deutliche Nachfragebelebung. Die größtenteils mittelständischen Betriebe profitierten als Zulieferer des Fahrzeug- und Maschinenbaus zunehmend von der guten Konjunktur. Vor allem die hohe Nachfrage aus dem Ausland bringt die Firmen voran. So ist der Auslandsumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 24 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro gestiegen. Der Exportanteil beträgt damit wieder mehr als 40 Prozent. Dass die Firmen aufgeholt haben, zeigt sich neben dem Auftragseingang vor allem bei der Mitarbeiterzahl. So waren im Januar dieses Jahres im Vorjahresvergleich 5700 Mitarbeiter mehr in den Unternehmen unter Vertrag. Insgesamt hat die Branche jetzt wieder mehr als 150.000 Mitarbeiter. Doch nicht alles läuft glatt, einige Rahmenbedingungen haben sich verändert. So sieht Sachsenmetall durch die Preisentwicklung bei Energie und Rohstoffen Risiken für die wirtschaftliche Erholung. So stiegen die Preise bei den Nichteisenmetallen wie Silber und Kupfer im vergangenen Jahr um 70 Prozent beziehungsweise 33 Prozent kräftig an. Im Vergleich zu 2009 verteuerte sich Silber um 163 Prozent und Kupfer um 134 Prozent. Heizöl verteuerte sich im Jahresvergleich um 31 Prozent, die Kosten für Gas und Strom um 15 sowie neun Prozent. Dafür ist laut Huhn auch die Belastung der Industrie mit Steuern und die Umlage für erneuerbare Energien verantwortlich.

 

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Annaberger Zeitung, 24.03.2011