Metallbranche schafft neue Arbeitsplätze

Der Unternehmensverband Sachsenmetall erwartet, dass bis zum Jahresende weitere 5000 Branchen-Jobs im Freistaat entstehen.

 

VON CHRISTOPH ULRICH

 

SCHNEEBERG - "In den kommenden Monaten rechnen wir mit einem weiteren Beschäftigungsaufbau, sodass aus heutiger Sicht bis zum Jahresende die 160.000-Marke möglich ist", sagte Andreas Huhn, Präsident des Unternehmensverbandes Sachsenmetall am Samstag in Schneeberg. Aktuell arbeiten in der sächsischen Branche rund 155.000 Mitarbeiter. 120 Unternehmer der Branche sowie Vertreter der Landespolitik hatten sich in Schneeberg zum zehnten Sachsenmetall-Forum getroffen, um über die Zukunft der sächsischen Metall- und Elektroindustrie zu diskutieren.

 

Der sächsische Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) lobte in seiner Ansprache die hohe Leistungsfähigkeit der Unternehmen. Zugleich wies er aber auf den notwendigen Ausbau eigener Forschungskapazitäten hin, um auch künftig wettbewerbsfähig zu bleiben. Zudem erfordere die Fachkräftegewinnung ein zunehmendes Engagement der Unternehmen. Nach den Worten von Sachsenmetall-Präsident Huhn zeigen die volkswirtschaftlichen Kennzahlen, dass die sächsische Metall- und Elektroindustrie das Vorkrisenniveau wieder erreicht hat. "Die Krise hätte jedoch keinen Tag länger dauern dürfen", meinte Huhn. Viele Unternehmen hätten an die Grenzen ihrer Existenz gehen müssen, auch um Beschäftigte nicht entlassen zu müssen. "Sprichwörtlich gerettet hat uns der Export", sagte der Verbandspräsident. Huhn warnte allerdings vor unangemessener Euphorie. Die gefährliche Währungskrise im Euroraum sowie die steigenden Preise bei Energie und Rohstoffen hätten nicht unbedenkliche Auswirkungen auf die Unternehmen.

 

Mit einem Anteil von mehr als 60 Prozent am sächsischen Industrieumsatz bilden die Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie das wirtschaftliche Rückgrat des Freistaates. Doch obwohl in vielen Unternehmen der Branche im Vergleich mit anderen Branchen die Arbeit überdurchschnittlich gut bezahlt wird, hat auch die Metall- und Elektroindustrie Nachwuchssorgen. Erst vor kurzem hatte der Sachsenmetall-Verband seine Mitglieder aufgefordert bei der Berufsausbildung zuzulegen, um den künftigen Zusatz- und Ersatzbedarf an Arbeitskräften zu decken. Das vorhandene Potenzial könne dabei nur ausgeschöpft werden, wenn die Kriterien bei der Bewerberauswahl erweitert und die Auswahlinstrumente überdacht werden, hieß es in einer sogenannten Chef-Info des Verbandes. Der Hintergrund ist, dass die Zahl der Ausbildungsverträge in der Branche stark zurück gegangen ist. 2009 wurden 3395 Ausbildungsplätze besetzt, 2010 waren es nur noch 3032. Im Jahr 2007 hatten die Unternehmen sogar 4994 Ausbildungsverträge abgeschlossen.

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Annaberger Zeitung, 20.06.2011