LEADER in Sachsen und im Erzgebirge gut angelaufen

Landrat Vogel bei der Übergabe des LEADER-Zuwendungsbescheides an die Geschäftsführerin der Häuslichen Krankenpflege, Anja Illing im Beisein vom stellvertretenden Bürgermeister Dieter Flade (1.v.r) und dem Regionalmanager des Vereins Annaberger Land,
Landrat Vogel bei der Übergabe des LEADER-Zuwendungsbescheides an die Geschäftsführerin der Häuslichen Krankenpflege, Anja Illing im Beisein vom stellvertretenden Bürgermeister Dieter Flade (1.v.r) und dem Regionalmanager des Vereins Annaberger Land,

Staatsminister Schmidt: „Chance für attraktiven ländlichen Raum“

„Die Entwicklung des ländlichen Raumes über die LEADER-Strategie ist in Sachsen in der neuen Förderperiode gut angelaufen“. Das sagte der Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, Thomas Schmidt, heute (9. Juni 2016) bei einer Veranstaltung mit Akteuren aus den 30 sächsischen LEADER-Regionen. „In den LEADER-Gebieten sind bis jetzt bereits 90 Aufrufe zur Einreichung von Vorhaben erfolgt. Das dafür zur Verfügung gestellte Budget betrug rund 123 Millionen Euro“. 122 Vorhaben seien sogar bereits bewilligt, die meisten davon für Wohnprojekte und für den Ausbau von Straßen, Wegen und Plätzen.

 

LEADER helfe den Menschen in Kleinstädten und Dörfern dabei, trotz der demografischen Entwicklung attraktive Lebensbedingungen zu behalten. „Ein lebendiges Gemeinwesen mit Vereinen, Dorffesten und Tourismus braucht auch eine funktionierende Infrastruktur. Welche Wünsche sie dafür haben, ob Straßen, eine Schule oder neue Radwege mit der Förderung gebaut werden sollen, das wissen die Menschen in den Regionen selbst am besten“, so Minister Schmidt.

 

Dieses Prinzip lobte auch Frank Vogel, Landrat des Erzgebirgskreises und Präsident des Sächsischen Landkreistages: „Der ländliche Raum ist das Fundament Sachsens. Sachsen braucht mehr denn je ein stabiles, gesundes Fundament. Deshalb begrüße ich es, dass der Wille der einzelnen Regionen in dieses Entwicklungsprogramm einfließen kann. Damit bieten sich Chancen, konkrete Förderentscheidungen viel stärker an regionale Bedürfnisse auszurichten.“

 

 

Hintergrund:

 

Nach den guten Erfahrungen mit der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) in der vergangenen Förderperiode (2007 bis 2013) hatte der Freistaat den Regionen für 2014 bis 2020 noch mehr Gestaltungsmöglichkeiten in der regionalen Entwicklung eröffnet und mehr Verantwortung für die Verwendung der Fördermittel übertragen. Bei der Förderung der Entwicklung des ländlichen Raumes setzt Sachsen wie kein anderes Bundesland auf die Karte LEADER: Die Akteure im ländlichen Raum können nahezu flächendeckend die Vorteile eigenständiger Strategien einschließlich der Verantwortung für ihr Budget nutzen und erhalten dafür mit 427 Millionen Euro 40 Prozent der Mittel des sächsischen Entwicklungsprogramms für den Ländlichen Raum (EPLR). Mit diesem Anteil steht Sachsen europaweit an der Spitze.

 

Nach einem Aufruf des SMUL haben sich 30 sächsische Regionen gebildet und sich mit ihren Entwicklungsstrategien zum 15. Januar 2015 um die Anerkennung als LEADER-Gebiet beworben. Das SMUL hat alle Strategien am 22. April 2015 genehmigt. Die LEADER-Gebiete bestimmen in einem transparenten Verfahren selbst, welche Projekte in welcher Höhe gefördert werden. Die Strategien sind die Basis für thematische Aufrufe, nach denen sich Bürger, Unternehmen, Vereine und Gemeinden um eine Förderung bewerben können. Ein Entscheidungsgremium wählt nach den regionalen Prioritäten die Vorhaben aus. Die Bewilligung der Förderung erfolgt dann durch die zehn Landkreise.

 

LEADER (aus dem Französischen: „Liaison entre actions de développement de l'économie rurale“) ist eine Initiative der Europäischen Union zur Entwicklung der ländlichen Räume unter maßgeblicher Mitarbeit der Bevölkerung. Eine finanzielle Unterstützung der ländlichen Entwicklung im Rahmen von LEADER erfolgt aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und sächsischen Landesmitteln.