Jungunternehmer schafft Stellen in strukturschwacher Region

Neuhausen. Vor zehn Jahren hat sich Mario Schmieder gesagt: "Jetzt geht's los!" An jenem 13.Dezember 2007 wagte der damals 26-Jährige den Sprung ins kalte Wasser. Er gründete seinen eigenen Betrieb, die Zerspanungstechnik Mario Schmieder, und spezialisierte sich auf die Herstellung von Drehteilen für Fahrzeugindustrie, Maschinenbau, Medizintechnik, Anlagenbau, Solarindustrie. Heute sind die Auftragsbücher voll, die Umsatzzahlen steigen. Im nächsten Jahr will der Jungunternehmer die Millionengrenze erreichen.

 

Wenn der nun 36-Jährige an die Anfänge zurückdenkt, wird er jedoch nachdenklich. "Ohne die Hilfe meiner Mitarbeiter, der Gemeinde und besonders meiner Familie hätte ich es nicht geschafft."

Doch von vorn: Nach seiner Lehre als Zerspanungsmechaniker absolvierte Schmieder seine Meisterausbildung, wollte neue Ideen entwickeln, suchte förmlich die Herausforderungen. Die Selbstständigkeit reizte ihn, doch fand er kein entsprechendes Gebäude. Dann half der Zufall: Auf einer Radtour hatte der gebürtige Deutscheinsiedler in Neuhausen eine Panne. An einer alten Autowerkstatt fiel ihm das Schild "Zu verkaufen" auf. "Ebenerdig, die richtige Größe, aber eine Bruchbude", erinnert sich Schmieder.

 

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Wenig später stand die erste CNC-Drehmaschine in der 300 Quadratmeter großen Halle. Er nutzte Werbung, um auf seine neue Firma aufmerksam zu machen. Schließlich nahm er die ersten Aufträge, wenn auch kleckerweise, entgegen. Die Firma kam ins Laufen. Doch Ende 2008 gingen die Aufträge zurück. "Da schlug auch bei mir die Wirtschafts- und Finanzkrise zu, und ich habe jeden Auftrag bejubelt und von der Hand in den Mund gelebt", erzählt Mario Schmieder.

 

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Mario Schmieder hat schon neue Pläne. 2018 will der zweifache Vater ein bis zwei Lehrlinge einstellen und seine Halle erweitern: "Man muss sich weiterentwickeln. Die Anforderungen und die Konkurrenz werden größer."

 

Quelle: Freie Presse vom 18.12.2017, Karlheinz Schlegel