Instrumenten-Manufaktur in Sachsen: Tango aus dem Erzgebirge

Das Bandonion ist heute das wichtigste Instrument im Tango - erfunden wurde es im sächsischen Carlsfeld. Fast alle alten Bandonions, die in Südamerika gespielt werden, stammen aus einer Manufaktur im Erzgebirgskreis. Seit einigen Jahren produziert sie wieder neue Instrumente.

 

Vor den Fenstern der Werkstatt hält sich hartnäckig der Winter. Drinnen bringt Robert Wallschläger das Herz des Tangos zum Schlagen – das Bandonion. Das Bandonion ist ein Balginstrument ähnlich dem Akkordeon, aber kleiner und statt Tasten hat es an beiden Seiten Knöpfe, in der Regel 142 oder 144 Stück.

 

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Mit der Enteignung der Familie Arnold folgte zu DDR-Zeiten der Niedergang des Musikinstrumentenbaus in Carlsfeld. Nach über 40-jähriger Pause, im Jahr 2007, eröffnete der frischgebackene Meister Robert Wallschläger mit blutjungen 23 Jahren wieder eine Werkstatt für Handzuginstrumente in Carlsfeld.

 

"Wir selber fertigen also weniger für Argentinien. Aber tatsächlich sind die 50 Prozent Einfuhrzölle ein Punkt. Das heißt also, wenn ein Instrument so 5000 Euro kostet, sind allein 2500 Euro Gebühren, die anfallen, damit man das Instrument nach Argentinien importieren kann."

Robert Wallschläger ist Handzuginstrumentenbauer. In seiner Werkstatt in Carlsfeld, einem kleinen Dorf auf dem Kamm des Erzgebirges, baut und repariert er nicht nur Bandonions, sondern auch Konzertinas, Akkordeons, Harmonikas und Mundharmonikas. Lässig mit Kapuzenpulli und Jeans bekleidet, sitzt der Mittdreißiger an seiner Werkbank.

 

 

Quelle: Deutschlandfunk online, 09.03.2018