Großauftrag im Nahen Osten

Das Gelände des neu gebauten Campus der Universität Sulaimaniya im Irak.
Das Gelände des neu gebauten Campus der Universität Sulaimaniya im Irak.

Die Bibliothekseinrichtung Lenk GmbH wird in den kommenden Wochen eine komplette Universitätsbibliothek im kurdischen Teil des Iraks einrichten. Bereits Ende August verließ ein erster Lastzug das Unternehmensgelände in Schönheide.

Das ist der erste Großauftrag in Kurdistan, der sicher nicht der letzte sein wird. Weiterhin ist man dabei, mit Kooperationspartnern aus Sachsen und dem Erzgebirge eine Niederlassung in Katar aufzubauen, die für weitere Unternehmen aus der Region offen ist.

 

Die Bibliothekseinrichtung Lenk GmbH aus Schönheide richtet nicht nur in Deutschland die Universitätsbibliotheken von Freiberg bis München ein, sondern ist bereits seit 2010 im arabischen Markt tätig. Der Einstieg für das erzgebirgische Unternehmen war damals die Bibliothek des „Statistic Centers“ in Abu Dhabi. Auf einer Unternehmerreise mit dem Sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich durch Abu Dhabi, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar wurde die Bibliothek durch die Firma Lenk selbst eingeweiht. Ein halbes Jahr später, im Frühjahr 2011, beteiligte sich das innovative Unternehmen im Rahmen des sächsischen Gemeinschaftsstandes erstmals an der Internationalen Baumesse in der Hauptstadt Katars, in Doha. Hier knüpfte man erste Kontakte in die verschiedenen angrenzenden arabischen Länder. Es folgte eine Einladung in das Königshaus nach Kuwait, wo man die kurze Zeit nutzen konnte, dem Gastgeber sowohl das eigene Unternehmen, als auch befreundete sächsische Partnerunternehmen und insbesondere das Erzgebirge als Wirtschaftsstandort und lebenswerte Region vorstellen konnte. Das Ergebnis dieser Präsentation war beeindruckend. Die Firma Lenk erhielt den Auftrag zur Fachberatung der Einrichtung einer ganzen Universitätsbibliothek.

 

Anfang dieses Jahres beteiligten sich die Erzgebirger ein zweites Mal an der Baumesse in Doha. Hier entstand der Entschluss, mit vier weiteren sächsischen Unternehmen gemeinsam eine Kooperationsgruppe zu gründen und eine Niederlassung in Katar aufzubauen. Als ortsansässiger Kooperationspartner wurde ein Unternehmen gefunden, dessen Sponsor ein Cousin des Emirs von Katar ist. Derzeit ist man dabei, die Niederlassung mit verschiedenen Räumlichkeiten in der Nähe des Flughafens zu eröffnen. Ziel ist es, diese auch anderen Geschäftsleuten zur Verfügung zu stellen, die in Zukunft stärker mit dem arabischen Markt zusammen arbeiten möchten.

 

Ein weiterer interessanter Kontakt konnte mit einem Unternehmer aus dem kurdischen Teil des Iraks geknüpft werden. Der Geschäftsmann, der viele Jahre in Deutschland gelebt hat und perfekt deutsch spricht, hatte direkt im Anschluss der Baumesse die Bibliothekseinrichtung Lenk in Schönheide besucht. Der neue arabische Partner war aktuell selbst mit der Angebotsbearbeitung für eine große Bibliothek beschäftigt und lud die Geschäftsführer der Lenk GmbH kurzfristig in den Irak ein. Innerhalb von nur drei Tagen flogen die Lenks voller gemischter Gefühle nach Erbil. Das Bild, welches sich den beiden Erzgebirgern dort bot, kann man mit wenigen Worten nicht beschreiben. Bei einer 200 Kilometer langen Fahrt durch das Landesinnere beeindruckte die faszinierende Landschaft.

 

Im Kurdischen Teil des Iraks gibt es seit vielen Jahren keine kriegerischen Auseinandersetzungen mehr. Das Land ist voll im Aufbau begriffen. Ein Beispiel dafür ist eine große Universität, die komplett neu gebaut wird. Junge Menschen sollen dort eine gehobene Ausbildung erhalten. In Beratungsgesprächen konnte die Firma Lenk überzeugen, so dass das Unternehmen aus Schönheide den Komplettauftrag zur Einrichtung und Ausstattung mit Möbel, Technik und Zubehör erhielt. Seit Anfang August sind erste Lkw in Richtung Kurdistan unterwegs – mit zum größten Teil im eigenen Haus gefertigten Möbeln. Dieser Auftrag ist der größte und komplexeste in der Firmengeschichte der Firma Lenk. Abgeschlossen ist der Auftrag noch lange nicht, denn in den nächsten Wochen wird fast wöchentlich ein Lastzug das Firmengelände verlassen. Ende des Jahres steht vor Ort die Montage an. Der letzte Auftrag in dieser weit abgelegenen Welt wird dies nicht gewesen sein, denn der Botschafter des Erzgebirges, Jürgen Lenk, wird in Kürze erneut zu Beratungen im Irak weilen.