Galvanik wird Herzstück der Produktion

Das Zöblitzer Unternehmen ist seit dieser Woche Mitglied der Sächsischen Umweltallianz. Aber nicht nur beim Umweltschutz steht die Firma auf gesunden Füßen.

VON DENISE MÄRKISCH

ZÖBLITZ - Die Ute Schlieder Metallwarenfabrik in Zöblitz hat diese Woche von Umweltminister Frank Kupfer (CDU) die Urkunde der Umweltallianz erhalten. Sie zählt damit zu den 110 Unternehmen im Erzgebirgskreis, die sich freiwillig verpflichtet haben, mehr für den Umweltschutz zu tun, als gefordert ist. "Wir verfügen beispielsweise über eine Abwasseraufbereitungsanlage, in der das Wasser gesammelt und chargenweise behandelt wird", erklärte Umwelttechniker Thomas Richter. Zudem werden die Rückstände in der Galvanikanlage gefiltert, sodass das enthaltene Zink wiederverwendet werden kann. "Die Verwertung des Zink-Schlamms ist dabei teurer, als die einfache Entsorgung wäre", sagte Richter weiter.

Schöne Geschichte geschrieben

Zur Zeit beschäftigt die Metallwarenfabrik knapp 250 Mitarbeiter an unterschiedlichen Standorten. Allein in Zöblitz sind es 150 Frauen und Männer, die unter anderem Metallteile für den Automobilsektor, die Bauindustrie oder für den Schiffbau produzieren. Gründerin und Geschäftsführerin Ute Schlieder kaufte das Unternehmen 1991 von der Treuhand: "Ich musste mich verpflichten, das bestehende Personal von 27 Leuten ein Jahr lang in der Firma zu halten." Dabei hatte die neugegründete Firma damals keinerlei Aufträge. Ein paar Monate später konnte die Kurzarbeit ausgesetzt werden, es ging stetig bergauf. Heute stehen die Mitarbeiter in drei Schichten oder sogar rollender Woche an den Maschinen und beliefern Kunden in Russland, England, Benelux-Staaten, Tschechien und natürlich Deutschland. "Wir haben eine schöne Geschichte geschrieben", stellte Schlieder fest.

Von Beginn an gehört das Stanzen und Umformen sowie das Nieten und Schweißen zum Leistungsangebot der Firma. Dabei kommen Stanzautomaten bis 320 Tonnen, Hydraulische Pressen bis 220 Tonnen und Exzenterpressen mit bis zu 160 Tonnen Presskraft zum Einsatz.

2006 größte Investition getätigt

Im Jahr 2006 hat sich das Angebot in der Produktion noch vergrößert. "Wir haben 3,5 Millionen Euro in eine Galvanik-Anlage investiert", erzählte die Geschäftsführerin. Das sei die größte Investition gewesen. Seitdem ist die Ute Schlieder Metallwarenfabrik in der Lage, alkalisch und sauer zu verzinken. "Wir sind damit sehr breit aufgestellt", betont die 52-Jährige. Im letzten Jahr wurden 38 Millionen Quadratdezimeter Metall in dem Automat für Gestell- und Trommelware galvanisiert. Das entspricht ungefähr 36 Millionen Einzelteilen. "Wir galvanisieren dabei nicht nur für unseren eigenen Bedarf, sondern nehmen auch Aufträge an", sagte Ute Schlieder.

Automat wird gekauft

Im Herbst will sie erneut eine große Investition tätigen. "Für 1,5 Millionen Euro wollen wir die Galvanikanlage um einen weiteren Trommelautomaten erweitern", sagte Schlieder. Danach sei der Standort an der Bahnhofstraße aber ausgeschöpft. Zudem suche das Unternehmen noch zwei Lehrlinge im Bereich Oberflächenbeschichter und

Werkzeugmechaniker.

 

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Marienberger Zeitung, 16.03.2011