Firma Turck plant neue Produktionsstätte

Die Elektronik-Experten der Turck Beierfeld GmbH können über Auftragsmangel nicht klagen. Seit 2010 schlägt ein Jahreswachstum von 30 Prozent zu Buche. Bis 2013 ist eine neue Halle für 21 Millionen Euro geplant.

VON BEATE KINDT-MATUSCHEK

GRÜNHAIN-BEIERFELD - Im Hause der Firma Turck in Beierfeld herrscht Hochkonjunktur: und das seit gut zwei Jahren. Sowohl bei der Turck Beierfeld GmbH als auch der Turck duotec GmbH sind die Auftragsbücher gut gefüllt. Deshalb plant Firmenchef Eberhard Grünert nun eine erneute bauliche Erweiterung.

"Wir haben in den vergangenen zehn Wochen etwa 30 Leute eingestellt", so der Unternehmer, dessen Mannschaft jetzt 350 Mitarbeiter zählt. Die meisten widmen sich der Fertigung von elektronischen Baugruppen für verschiedene industrielle Anwendungen. Im Bereich der Firma Turck Beierfeld, die nach 1990 unter Mithilfe der weltweit agierenden Turck-Unternehmensgruppe aus dem VEB Messgerätewerk erwachsen ist, werden Sensoren für die Industrieautomation entwickelt und gefertigt.

Maßgeschneiderte Lösungen

"Im Februar 1990 waren Hans und Werner Turck das erste Mal in Beierfeld", sagt Grünert. Zwar hätten sich die Firmengründer der Turck-Gruppe mit Hauptsitz in Mühlheim an der Ruhr damals über das triste Grau der Umgebung gewundert. Aber die Qualität der Arbeit und das Können der Mitarbeiter wussten die beiden sofort zu schätzen.

Das Unternehmen Turck, unter dessen Label die Beierfelder mit firmieren, zählt zu den global führenden Unternehmensgruppen auf dem Sektor der industriellen Automation. Und mit der Firma Turck duotec, die 2004 in Beierfeld etabliert wurde, habe man einen wichtigen und richtigen Schritt getan.

Diese vertreibt und entwickelt kundenspezifische Elektroniklösungen. Bedeutet: Tüftler und Denker, Entwickler und Erfinder brüten über maßgeschneiderte Produkte für die Kunden. Die Mitarbeiter setzen innovative Ideen um. Sie entwickeln Lösungen für elektrische Antriebstechnik, Maschinen und Werkzeuge, Sicherheits-, Kamera- und Medizintechnik sowie Schließanlagen und Bildverarbeitungen. Zudem fertigen sie für die Automobilindustrie und Bahntechnik.

Mittlerweile hat sich die Turck duotec aus dem Erzgebirge in der Branche einen guten Namen gemacht. Die Fachzeitschrift "Markt & Technik" vergab an Turck duotec Ende 2011 gleich drei Bestnoten. In der Kategorie Produktqualität siegte das Unternehmen sogar und ließ Mitbewerber aus Deutschland, Österreich und der Schweiz hinter sich. Grünert: "Qualität ist, wenn der Kunde zurückkommt und nicht das Produkt." Damit dies so bleibt, setzt der Chef auf erfahrene und engagierte Mitarbeiter. "Unsere Leute haben aufgrund der Auftragsflut im vergangenen Jahr an 36 von 51 Wochenenden gearbeitet. Wir haben jetzt wirklich die Grenze der Belastbarkeit erreicht." Nun folgt der Neubau einer großen Fertigungshalle.

Das entsprechende Grundstück auf der gegenüberliegenden Seite der Straße Am Bockwald im Gewerbegebiet Beierfeld sei bereits gekauft. Verträge sind unterschriftsreif, erste Entwürfe des Projektanten liegen auf dem Tisch.

Invest-Paket von zehn Millionen

Allein für den Bau rechnet man mit Kosten von rund zehn Millionen Euro. Plus der technischen Ausrüstung mit Maschinen und Anlagen belaufen sich die geplanten Investitionen auf 20 bis 21 Millionen Euro. Entstehen soll eine moderne Fertigungshalle, die über einen sogenannten Skyway - einen verglasten Durchgang über der Straße - mit dem bestehenden Firmengebäude verbunden ist. Das soll den innerbetrieblichen Transport effektiver machen. Im Erdgeschoss des Neubaus kommen Warenanlieferung, Logistik und Büros unter. Grünert hofft, dass der Bau in der zweiten Jahreshälfte beginnt und bis 2013 beendet ist.

 

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Schwarzenberger Zeitung, 22.02.2012