Erster Fleischerei-Neubau seit 20 Jahren

Die Fleischerei Bergelt in Sehmatal feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Für die nächsten 100 Jahre will sie komplett neu durchstarten.

 

VON ANTJE FLATH

 

CRANZAHL: Im Sehmataler Ortsteil Cranzahl ist gestern der Grundstein für die neue Fleischerei der Familie Bergelt gelegt worden. Es ist der einzige Neubau in den zurückliegenden 20 Jahren innerhalb der Fleischerinnung Oberes Erzgebirge, weiß Christian Bergelt. Der Diplom-Betriebswirt führt zusammen mit seinem Bruder Reinhard mittlerweile in fünfter Generation die Geschicke des Familienbetriebes. Während er für den kaufmännischen Part verantwortlich zeichnet, kümmert sich Fleischermeister Reinhard Bergelt um den fachlichen Bereich.

 

Vor drei Jahren bereits habe es erste Überlegungen zur Erweiterung gegeben - damals noch am bisherigen Standort. "Doch da sind uns einige Steine in den Weg gelegt worden", berichtet Christian Bergelt. Also habe sich die Familie entschieden, an einem neuen Ort mit einem neuen Konzept neu durchzustarten. So entsteht der zweistöckige Neubau - der neben der Fleischerei einen Bäcker und ein Bistro integrieren soll - auf einem geschichtsträchtigen Fleck in Cranzahl: Dort, wo einst die Traditionsgaststätte "Goldene Krone" gestanden hat.

 

Am 31. Januar 1993 zum letzten Mal geöffnet, war sie nach einer per Gesetz veranlassten Rückübertragung in den Besitz einer Erbengemeinschaft aus Regen übergegangen. Seither dem Verfall preisgegeben, war das Haus nach Brandstiftung im Februar 2003 ein Opfer der Flammen geworden. Umso mehr freut sich auch Bürgermeister Udo Ott (parteilos), dass die Ortsmitte durch den Neubau in unmittelbarer Nachbarschaft des Kroneparks wieder aufgewertet wird. Mit dem Richtfest rechnen Investoren und Bauleiter in etwa sieben bis acht Wochen.

 

Als Termin für die Fertigstellung des "Mammutprojekts" nennt Christian Bergelt Ende des ersten Quartals im nächsten Jahr. Dabei sei nicht der Bau selbst der aufwändige Teil, sondern die anschließende Inneneinrichtung. Schließlich müssten dabei unter

anderem die neusten Hygienestandards beachtet werden. Beim Bau bleibt die Familie ihrem Motto "aus der Region für die Region" treu. Das gilt übrigens auch für das Unternehmenskonzept, das von den gegenwärtig zwölf Beschäftigten in die Tat umgesetzt wird: Landwirte aus der Region liefern die Rohstoffe, die nach der Schlachtung in dem Familienbetrieb verarbeitet werden.

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Annaberger Zeitung, 24.06.2011