Erste Werkhalle bekommt größere Schwester

Hock Sachsen GmbH investiert weitere 11 Millionen Euro am Standort Schwarzenberg

Von Frank Nestler

Schwarzenberg. Die Hock Sachsen GmbH expandiert weiter. Knapp 13 Monate nach der Einweihung der ersten Produktionshalle im Gewerbegebiet am Bahnhof Schwarzenberg wurde dort gestern der Grundstein für eine zweite Halle gelegt. Sie soll etwa doppelt so groß wie der benachbarte Flachbau werden. Auch die Investition erreicht eine andere Größenordnung. Flossen bei der ersten Halle 2,6 Millionen Euro in die bauliche Hülle sowie 1,2 Millionen Euro in neue Maschinen- und Anlagentechnik, sind für das jetzige Vorhaben - inklusive neuer Technik - Gesamtkosten von 11 Millionen Euro veranschlagt.

Die Hock-Gruppe, die sich als flexibler Teilefertiger und Systemlieferant für die Automobil- und Elektroindustrie profiliert hat, verlegte 2009 die Abteilungen Pulvermetallspritzguss und CNC-Fertigung von ihrem Beierfelder Standort nach Schwarzenberg. Nun soll laut Geschäftsführer Peter Rauschenberger eine neue Stanzerei entstehen. "Mit diesem Neubau möchten wir den gestiegenen Anforderungen namhafter Kunden Rechnung tragen und den Fertigungsstandort für eine neue Generation von Autoradio- und Airbaggehäusen etablieren. Die energieintensive Produktion wird auch die Stadtwerke vor höhere Anforderungen stellen", umreißt Rauschenberger die Dimensionen.

Auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs - in Regie der Stadt mit aufwändigen Abbruch-, Revitalisierungs- und Erschließungsarbeiten für Gewerbeansiedlungen vorbereitet - hat die Hock-Gruppe etwa 23.000 Quadratmeter von der Stadt erworben. "Wir sind froh, dass das Unternehmen Wort hält und Teil 2 seiner Investitionspläne umsetzt", so Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer (CDU). Sie wertet das neuerliche Bauprojekt als Beleg dafür, dass der Mittelständler Hock die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/09 mit großen Anstrengungen gerade auch der Belegschaft gemeistert habe.

Auf dem Hallenneubau, dessen Komplettfertigstellung im IV. Quartal 2011 geplant ist, soll bereits Ende November das Dach dicht sein - eine große Herausforderung für alle am Bau Beteiligten, insbesondere auch die BAS GmbH Scheibenberg. Ende dieses Jahres soll die Halle soweit sein, dass erste Maschinen aufgestellt werden können. 2011 sollen alle restlichen Innenarbeiten sowie die Anbauten für Büro- und Sozialzwecke folgen. "Dabei wollen wir", so Rauschenberger, "wie schon bisher vorzugsweise regionale Unternehmen und Handwerker bei der Auftragsvergabe berücksichtigen."

Bestandteil der Investition sind neben dem Gebäude mit moderner Gestalt zwei neuartige

Servopressen, deren elektrischer Antrieb auf das typische Schwungrad einer Presse verzichtet und direkt mit dem Antriebsstrang gekoppelt ist. Höhere Präzision, längere Werkzeugstandzeiten und effektivere Fertigung werden damit möglich.

Da die Kunden höchste Anforderungen an die technische Sauberkeit der gelieferten Produkte stellen, sind der Kauf moderner Waschmaschinen und ein spezieller Sauberraum vorgesehen. Dort werden die Produkte nach dem Reinigen direkt in Spezialbehälter verpackt.

Hock Sachsen, Tochter eines im Schwarzwald ansässigen, familiengeführten

Traditionsunternehmens, wurde 1991 aus Teilen des Messgerätewerks Beierfeld gegründet. Waren es 1991 noch 60 Mitarbeiter, so sind heute mehr als 300 Frauen und Männer beschäftigt. Mit der neuen Stanzerei entstehen bis zu 30 weitere Arbeitsplätze. Für den Einsatz in Schwarzenberg werden vier zusätzliche Lehrlinge schon jetzt als Maschinen- und Anlagenführer ausgebildet. Darüber hinaus sind qualifizierte Bewerber für einen Job im neuen Standort weiterhin gefragt, hieß es am Rande der gestrigen Grundsteinlegung. Bewerbungsunterlagen nehme das Personalbüro von Hock in Beierfeld entgegen.

 

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Schwarzenberger Zeitung, 21.08.2010