Ein Start-up im Erzgebirge

Sie sind noch keine 30 Jahre alt und starten seit zwei Jahren mit einer Firma für 3D-Scan- und Messtechnik in Schönheide durch: David Oelschlägel und sein Mitarbeiter Lennart Heymann. Eine halbe Million will die Davoscan dieses Jahr noch investieren.

 

Schönheide, Rathausberg 2: Ein schmaler Weg führt rechts am Haus vorbei, eine Treppe runter, dann steht man vor einer weißen Tür. Dahinter ein Kellerraum, eher schmal und lang, aber voll mit Hightech-Geräten. Zwei junge Männer sitzen sich an Schreibtischen gegenüber, jeder hat zwei Bildschirme vor sich. Irgendein Gerät füllt den Raum mit einem monotonen Geräusch.

 

David Oelschlägel, Lennart Heymann und die Davoscan-Firma sind das, was man ein Start-up nennt. Der wirtschaftsgeschichtlich recht neue englische Begriff bezeichnet ein junges Unternehmen, das durch zwei Besonderheiten gekennzeichnet ist: eine innovative Geschäftsidee und schnelles Wachstum.

 

Ein Start-up im hintersten Erzgebirge? Eine Dreiviertelstunde von der nächsten Autobahnauffahrt entfernt? Ja, das gibt es. Im Februar 2014 hat David Oelschlägel sein Unternehmen in Schönheide gegründet, Lennart Heymann sitzt seit 2015 als Mitarbeiter mit im Boot. Beide - 28 und 26 Jahre alt - kommen aus der Modell- und Formenbau-Branche, waren zuvor in einem anderen ortsansässigen Betrieb tätig. Ihr Spezialgebiet: Messtechnik - konkreter: optische Messtechnik, was das berührungslose Vermessen von Bauteilen bedeutet. Das Prinzip: 3D-Scannen. David Oelschlägel nennt ein Beispiel: "Eine Spritzgießerei soll für einen Automobilzulieferer ein Gaspedal gießen. Wir bekommen den Auftrag, das Produkt zu vermessen und mit den Ausgangsplänen zu vergleichen." In so einem Fall entspricht der Auftrag einer Qualitätskontrolle. Es komme aber auch vor, dass Firmen mit Bauteilen kommen, für die es keine Herstellerpläne mehr gibt. "Dann machen wir aus 3D-Scan-Daten wieder Konstruktionsdaten."

 

 

Quelle: Susanne Kiwitter, Freie Presse vom 28.05.2016