Die Entscheidung eines Hessen, Patriot für den Osten zu sein

Dirk Zimmermann ist zum Botschafter des Erzgebirges ernannt worden. Als Geschäftsführer der AZ-Gruppe wirbt er bei jeder Gelegenheit für die Region.

Von Jan Görner. Olbernhau - Als Vertreter der lokalen Wirtschaft wirbt Dirk Zimmermann europaweit mit der Leistungsfähigkeit und dem Knowhow der hier lebenden Menschen für das Erzgebirge. "Ich freue mich sehr darüber und sehe das als Auszeichnung", sagt der 44-Jährige.

Genetisch ist er zwar nur zu einem Achtel Erzgebirger, denn seine Urgroßeltern stammen aus Olbernhau. Das hat er zufällig als Erwachsener erfahren. Emotional fühlt sich Dirk Zimmermann jedoch viel mehr zu dieser Region hingezogen und mit ihr verwachsen. Er schätzt die Mentalität der Menschen hier, und als Arbeitgeber in Olbernhau weiß er, wovon er spricht. Seit 1993 ist er in Olbernhau unternehmerisch tätig. Heute beschäftigt die von ihm geführte AZ-Gruppe an drei Standorten in der Stadt 80 Frauen und Männer aus der Umgebung.

Im Erzgebirge arbeitet er schon seit der Wende. Damals absolvierte Dirk Zimmermann ein Praktikum in den Zöblitzer Armaturenwerken. "Ich habe mich damals als Patriot bewusst für den Osten entschieden", betont der Familienvater aus dem Taunus (Hessen). Dabei hatte er zu dieser Zeit auch ein Angebot aus den Vereinigten Staaten von Amerika vorliegen. Die Entscheidung hat den Verlauf seines Lebens entschieden geprägt.

"Von Anfang an bin ich sehr gut aufgenommen worden", versichert Dirk Zimmermann. Schon damals habe er die Erzgebirger als warmherzige, ehrliche und kompetente Menschen erlebt. Daran hat sich aus seiner Sicht bis heute nichts geändert, und er nutzt diese Eigenschaften bewusst für das Familienunternehmen.

Dirk Zimmermann trägt das aus Überzeugung auch nach außen, wirbt in Gesprächen mit Kunden für Betriebe aus der Region und arbeitet mit Unternehmen aus dem Erzgebirge zusammen. "Wir müssen die Fähigkeiten und das Leistungsvermögen der Menschen hier bekannter machen und offen damit werben", versichert er und sagt, dass er dafür jede Gelegenheit nutzt. Auch deshalb klebt der Schriftzug "Erzgebirge - gedacht, gemacht" an seinem Dienstwagen.

Sein Unternehmen ist spezialisiert auf die Fertigung von Leitungen für die verschiedensten Medien. "Unsere Wellrohre und Wellschläuche zeichnen sich durch äußerste Flexibilität und Strapazierfähigkeit aus", erklärt Dirk Zimmermann nicht ohne Stolz. Außerdem ist die AZ-Gruppe im Bereich Messtechnik und Armaturen tätig. Damit beliefert das Unternehmen Länder in ganz Europa.

"Wir sind in den vergangenen Jahren konstant gewachsen und tun alles, damit sich dieser Trend in Zukunft fortsetzt", versichert der Geschäftsführer und Firmeninhaber. Dazu gilt es aus seiner Sicht in erster Linie in die Standorte im Erzgebirge weiter zu investieren - sowohl finanziell als auch in die Menschen vor Ort.

"Unsere Jugend benötigt eine Perspektive hier, ich sehe das als eine wesentliche Aufgabe der Wirtschaft, sich daran maßgeblich zu beteiligen", stellt er klar. Deshalb bildet er jährlich Lehrlinge aus. Derzeit erlernen acht Jugendliche ihren Beruf bei der AZ-Gruppe. Der größte Teil der Absolventen hat die Chance auf Übernahme. Auch das zählt zu den Grundsätzen des Unternehmers.

Außerdem haben viele Mitarbeiter früher in den alten Bundesländern gearbeitet und mittlerweile den Weg in die Heimat zurückgefunden.

 

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Annaberger Zeitung, 23.12.2011