Broschüre soll junge Leute locken

Hochglanz gegen Fachkräftemangel: Das Regionalmanagement Erzgebirge will zeigen, wie gut Familien in der Region leben können. Betriebe sollen sich später an der Standortwerbung beteiligen.

VON EVA-MARIA SIMON

ANNABERG-BUCHHOLZ - Sie sind eine ganz normale Familie: Vater, Mutter, Sohn und Tochter. Sie wohnen im eigenen Häuschen, fahren Rad auf gut ausgebauten Wegen und besuchen die Waldbühne Schwarzenberg. Die Kinder werden später Arbeit in einem der 17.000 Unternehmen finden.

So lebt sie, die erzgebirgische Familie aus dem Bilderbuch - genauer gesagt aus der neuen Broschüre "Angekommen im Erzgebirge" des Regionalmanagements Erzgebirge. Sie ist Teil der Imagekampagne "Erzgebirge 2020". "Wir sind persönlich davon überzeugt, dass das hier eine lebenswerte Region ist", sagte Frank Vogel, Landrat des Erzgebirgskreises und Sprecher des Regionalmanagements, gestern bei der Vorstellung in Annaberg-Buchholz. Davon müsse die Region besonders junge Menschen überzeugen. Der Fachkräftemangel mache sich in der Wirtschaft schon jetzt bemerkbar.

"Wir wollen Zuzügler und potenzielle Heimkehrer ansprechen", sagte Matthias Lißke, Projektsteuerer beim Regionalmanagement. Es hat 20.000 Exemplare drucken lassen; die Kosten von 22.000 Euro zahlt es aus seinem Etat. Träger des Regionalmanagements sind zwölf Städte und der Erzgebirgskreis. Die Wirtschaftsförderer wollen das Heft auf Messen auslegen. Bürgermeister sollen es mitnehmen, wenn sie unterwegs sind. Auch Unternehmen können die Broschüre kostenlos bestellen, um sie an Geschäftspartner, Mitarbeiter oder Bewerber zu verteilen. Wahrscheinlich werden noch mehr Exemplare gedruckt. "Wir hoffen, dass sich dann die regionale Wirtschaft an den Kosten beteiligt", so Lißke. Denn die habe ein Interesse daran, dass junge Menschen in die Region kommen. Und diese entscheiden nicht nur nach Gehalt, wohin sie gehen. "Uns war es wichtig, dass wir auch die weichen Faktoren darstellen", sagte Landrat Vogel. Dazu gehören unter anderem Bildung, Freizeit und Lebensqualität.

Mit all dem könne das Erzgebirge punkten, so das Regionalmanagement: Ein gutes Netz bei der Kinderbetreuung, Naturerlebnis, Bauland, das halb so teuer sei wie im sächsischen Durchschnitt. Wer überlege, von Berufs wegen ins Erzgebirge zu ziehen, wolle meist seine Familie mitnehmen, sagte Lißke. Da solle die Broschüre Überzeugungsarbeit leisten. Deshalb ist auf den 32 Seiten viel Alltag zu sehen: Der Familienvater jubelt dem FC Erzgebirge Aue zu, junge Frauen vergnügen sich auf der Annaberger Kät, Kinder gehen in den Betriebskindergarten in Oelsnitz. Dazwischen gestreut sind Fakten, wie etwa, dass es 55 Berufsschulen und 750 Kilometer Loipen gibt.

 

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Annaberger Zeitung, 01.12.2011