Botschafterrolle auf Leistung begründet

Zwölf neue "Botschafter für das Erzgebirge" hat Landrat Vogel ernannt. Zu ihnen gehört auch Turck-Geschäftsführer Eberhard Grünert.

VON BEATE KINDT-MATUSCHEK

BEIERFELD - "Nicht meine Person, sondern die Leistung der Leute, die für uns arbeiten, ist das Fundament, worauf der Erfolg unseres Unternehmens gründet", sagt Eberhard Grünert, Geschäftsführer der Firmen Turck und Turck duotec GmbH mit Sitz Beierfeld. Und Erfolgsgeschichten sind es, die Menschen zu Botschaftern des Erzgebirges machen.

Ein Blick zurück

1989 - unmittelbar nach den politischen Veränderungen im Land - haben Eberhard Grünert und vier Mitstreiter Mut bewiesen und einen zu der Zeit noch nicht absehbaren Weg eingeschlagen. "Wir haben den Elektronikbereich des damaligen Messgerätewerks ausgegliedert, bevor die Treuhand die Hand drauf hatte", erinnert er sich an die Anfänge. Man habe Räume angemietet, Fertigungsausrüstungen herausgekauft und Mitarbeiter des Werks über Lohnverrechnung beschäftigt. "Wir wussten schon damals, das wichtigste Kapital waren diese hervorragend ausgebildeten und hoch motivierten Mitarbeiter", so Grünert. Er begab sich sofort auf die Suche nach Partnern im Altbundesgebiet, denn die junge Mannschaft besaß damals weder Eigentum noch Kapital in Form von barer Münze.

Im Februar 1990 kam es dann zu dem zukunftsweisenden Besuch der Brüder Hans und Werner Turck aus Mühlheim an der Ruhr. "Es war genau so ein kalter Winter wie jetzt. Ihr Blicke scannten die düsteren, grauen Werkhallen skeptisch. Doch das, was sie dann drinnen gesehen und erlebt haben, hat sie überzeugt. Wir haben gezeigt und bewiesen, dass wir was können. Seither sind wir Partner in einem fairen Miteinander, das von gegenseitiger Achtung geprägt ist", beschreibt der heute 60-jährige Grünert den Start in die Beierfelder Erfolgsgeschichte unter dem Firmennamen Turck.

Vertriebsaufbau im Osten

Seit Mitte der 1990er-Jahre war er mit seinem Team, zusätzlich zur laufenden Fertigung von elektronischen Steuerteilen für Maschinen und Anlagen, auch für den Aufbau des Vertriebsnetzes der Firma Turck in Ostdeutschland, den ehemaligen RGW-Staaten und darüber hinaus bis nach Asien zuständig. Dieser Prozess sei nun abgeschlossen. Doch auch und gerade im Zuge dessen hätten die Erzgebirger stets durch Leistung und Ansehen gepunktet.

 

Spezialauftrag: Speziallösungen

Heute wendet sich die Beierfelder Turck-Mannschaft einer neuen, großen Herausforderung zu: Sie will neben den standardisierten elektronischen Bauteilen nun auch kundenspezifische Lösungen anbieten und damit völlig neue Branchen für den Einsatz moderner Steuerungen erschließen. "Das stehen wir sicherlich oft vor sehr kniffligen Aufgaben, aber gerade das macht den Reiz der Sache aus", meint Grünert.

Der gute Ruf der Firma, das Image als Tüftler und Denker sowie als solider Partner der modernen Wirtschaft, ist die beste "Botschaft", die ein Mann, hinter dem ein gutes Team steht, verbreiten kann. "Wir überzeugen durch Leistung. Und wenn unsere Partner vor Abschluss eines großen Vertrages uns hier in Beierfeld besuchen, dabei dann auch noch Land und Leute näher kennen lernen, ist das Versprechen ,Wir kommen wieder' oft nicht nur so dahergesagt", erzählt der Firmenchef.

Die Rolle als Botschafter, die Eberhard Grünert de facto schon seit Jahren ausfüllt, hat er nun auch offiziell angenommen. Wenngleich dieser Titel in der Umsetzung wohl keinen Unterschied macht.

 

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Schwarzenberger Zeitung, 05.02.2011