Arbeitslosenquote auf historischem Tiefstand

Fachkräfteportal Erzgebirge
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Rekordmonat ist der Oktober 2011

Die positive Wirtschaftsentwicklung im Erzgebirgskreis im vergangenen Jahr spiegelt sich auch auf dem Arbeitsmarkt wider. Wie die Beschäftigungsstatistik der Agentur für Arbeit verdeutlicht, fiel die Arbeitslosenquote im Dezember 2011 auf 9,1 Prozent. Ein absoluter Tiefstand, denn mit insgesamt 17.311 hatte ein Dezembermonat noch nie so wenige Beschäftigungslose wie im vergangenen Jahr.

 

Im Vergleich zum Dezember 2010, in dem noch 10,4 Prozent oder 20.066 Menschen ohne Arbeit waren, fiel die Arbeitslosenquote damit um 1,3 Prozentpunkte. Mit insgesamt 15.700 Beschäftigungs-losen und einer Arbeitslosenquote von 8,2 Prozent wurde im Oktober vergangenen Jahres zudem ein historischer Tiefstand verzeichnet.

 

Im Gegenzug ist die Zahl der Industriebeschäftigten* im Jahr 2011 um mehr als neun Prozent auf insgesamt 22.476 gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind das knapp 2.000 mehr tätige Personen. Im Vergleich zum sächsischen Durchschnitt, der bei einer Steigerung von 6,3 Prozent liegt, kann der Erzgebirgskreis die besseren Zahlen präsentieren. In den erzgebirgischen Betrieben* ab 50 Beschäftigte waren mit insgesamt 47 Prozent die meisten Menschen in der Metallverarbeitenden Industrie beschäftigt. Die Wirtschaftszweige Elektrotechnik/Elektronik sowie der Maschinen-bau weisen die höchsten Steigerungszahlen auf. Hier waren im vergangenen Jahr 12 Prozent mehr Personen tätig als noch 2010.

 

Die Gesamtzahl der Sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im Verarbeitenden Gewerbe ist nach Angaben der Agentur für Arbeit im Erzgebirgskreis im Vergleich zu 2010 um fast sechs Prozent auf 35.732 (30. Juni 2011) gestiegen.

 

Im Vergleich zum Freistaat kann die einheimische Industrie auch hier den besseren Wert aufweisen. Sachsenweit waren es knapp 300.000 Beschäftigte, die eine Steigerung von gut vier Prozent ausmachen. Im Erzgebirgskreis sind 33 Prozent aller Arbeitnehmer im Verarbeitenden Gewerbe beschäftigt. Die Metallverarbeitende Industrie weist mit 36 Prozent auch hier den höchsten Wert auf. Im Vergleich zum Jahr 2009 verzeichnete sie mit 13 Prozent den höchsten Anstieg.

 

Die Entwicklung einer Wirtschaftsregion hängt jedoch von weiteren, unterschiedlichen Faktoren ab: Von der Infrastruktur über die Lebensqualität bis hin zu den Fachkräften. Der Erfolg basiert wesentlich darauf, wie attraktiv ein Standort für Arbeitnehmer ist. Hinsichtlich des demografischen Wandels und des drohenden Fachkräftemangels ist es auch für den Erzgebirgskreis notwendig, qualifizierte und geeignete Arbeitskräfte in der Region auszubilden und zu halten.

 

Während es im Jahr 2009 noch rund 13.000 Berufseinsteiger mehr als Berufsaussteiger gab, wird sich dieses Verhältnis in den kommenden Jahren drastisch ändern. Bereits 2015 wird die Zahl der Berufsaussteiger im Alter zwischen 60 und 65 Jahren auf über 32.000 steigen. Die Zahl der Einsteiger zwischen 15 und 25 Jahren wird dann nur noch bei knapp 23.000 liegen.

 

Das Durchschnittsalter im Erzgebirgskreis lag 2010 bei 47 Jahren, bis 2025 wird es weitere fünf Jahre ansteigen. Die Bevölkerung im Erwerbsalter (20 bis 65 Jahre) wird schrumpfen und altern. Daher sind die Unternehmer, die Politik und die Wirtschaftsförderung gemeinsam gefragt, Konzepte und Projekte zu entwickeln, die diesem unaufhaltsamen Trend des Fachkräftemangels entgegenwirken.

 

Weitere Informationen: Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH, Geschäftsführer Matthias Lißke, Tel.: 03733/145-0, E-Mail: kontakt@wfe-erzgebirge.de

 

* Betriebe mit 50 und mehr tätigen Personen im Verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und der Gewinnung von Steinen und Erden (ERZ Jahr 2011: 160 Betriebe mit 22.470 Tätigen Personen)